Personen

Vorstandschaft

Dr. med. Michael Seefried

Immer mehr Kinder bringen heute andere Voraussetzungen und Fähigkeiten mit als früher. In der Regel haben sie feine „Antennen“ und eine sehr sensible Wahrnehmung. Beispielsweise können sie Stimmungen anderer Menschen unmittelbar erfassen. Oftmals werden sie daher verkannt, weil sie immer wieder den Anschein erwecken, „wegzuträumen“ oder sich nicht richtig konzentrieren zu können. Dabei sind sie lediglich mit der Fülle der Eindrücke, die auf sie einstürmt, überfordert. Ich schätze an der von uns geplanten Freien Schule Erlbach im Holzland, dass sie sich an den Entwicklungsschritten eines jeden Kindes individuell orientieren wird. Schulreife bedeutet, „wo steht das Kind in seiner emotionalen, sozialen, kognitiven und schließlich intellektuellen Entwicklung“. Die körperlichen, seelischen und geistigen Bereiche sollen und werden im Schulalltag gleichermaßen angesprochen und individuell begleitet. So schaffen wir in den Kindern ein stabiles Fundament, mit dem sie für ihren weiteren Weg in der Welt gerüstet sind.

 

Ab der 9. Klasse besuchte ich eine Waldorfschule. Ich war in einer stürmischen Entwicklungsphase stecken geblieben und Lehrer und Eltern waren ratlos, wie sie mir am besten helfen könnten. Schließlich landete ich in einer Waldorfschule. Das erste, was ich gemeinsam mit meinem Klassenlehrer tun durfte, war, einen Kinderspielplatz zu bauen. Durch diese Tätigkeit habe ich innere Ruhe gefunden, und wie ich heute weiß, meinen roten Faden (wieder) gefunden.
Was mich veranlasst, heute eine Freie Schule mit zu gründen, ist die innere Übereinstimmung mit der Waldorfpädagogik und daran, in Erlbach einen besonders gut geeigneten Ort für den Aufbau einer Freien Schule gefunden zu haben.
An einer Freien Schule schätze ich, dass der Lehrplan sich an der Entwicklung und den Entwicklungsschritten der Kinder orientiert und dass „die kognitiven, künstlerischen und praktischen Lernfelder gleich gewichtet sind“, so die Leitlinie der Waldorfschulen. Das bedeutet, dass die körperlichen, seelischen und geistigen Bereiche gleichermassen angesprochen werden. Dies ist eine bemerkenswerte Erkenntnis, die die Gestaltung des Schulkonzeptes für den Schulalltag revolutionierend prägen wird.
Ich arbeite nun seit knapp 30 Jahren im Bereich der Anthroposophischen Medizin als Kinderarzt und Allgemeinmediziner. Einer meiner Schwerpunkte sind Entwicklungsfragen im Kindes- und Jugendalter. Eine familiensystemische Ausbildung habe ich 2000 in Berlin absolviert und von 2011-13 bei Erika Schäfer. Diese Arbeit bereichert meine ärztlich-therapeutische Tätigkeit enorm und fließt in mein tägliches Handeln ein.
Die häufigsten Symptome im Kindes- und Jugendalter mit Entwicklungsproblematik, die ich in meiner Sprechstunde sehe, sind Konzentrationsstörungen, Zappeligkeit sowie Kopf- und Bauchschmerzen aufgrund seelischer Überlastungen. Diese Überlastungen können gezielt vermieden werden, wenn die schulische Erziehung nicht zu intellektuell orientiert ist sondern dem heranwachsenden Menschen in seiner Einzigartigkeit begegnet. Diese Einzigartigkeit drückt sich in der Entwicklung der seelischen Qualitäten Wollen, Fühlen und Denken aus, wobei das Fühlen eine zentrale und vermittelnde Rolle spielt. Gerade diese seelische Qualität leidet bei einer zu intellektualisierten Erziehung. Daher hätte ich den Anspruch, dass unsere Schule neben dem Waldorfschul-Lehrplan den Schülern eine enge Beziehung zur Natur und ihrer Grossartigkeit vermittelt. Dies ist in der unberührten Natur der Region Erlbach aufs Optimalste gegeben.
Durch die enge Beziehung zur Natur lernt der heranwachsende Mensch auch viel über sich selbst. Desweiteren sollte unsere Schule eine Stätte sein, in der die Kinder eine lebensbejahende Beziehung zu ihren Wurzeln entwickeln lernen. Dazu gehört, dass sie in der Schule eine enge Bindung erfahren dürfen. Dies geschieht in den ersten Jahren durch die stetige, nicht wechselnde Präsenz ihres Klassenlehrers.

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Dr. med. Michael Seefried, *1959, anthroposophischer Kinderarzt und Allgemeinmediziner

Marjam Gößmann-Schmitt

Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles immer schneller und komplexer wird. Die Herausforderungen, denen sich unsere Kinder stellen müssen sind größer denn je. Wir sind dazu aufgerufen, unseren Kindern dabei zu helfen, die Aufgaben der neuen Zeit zu bewältigen. Hierbei ist eine menschlichere Erziehung unbedingt notwendig. Genau das will die Waldorfpädagogik. Sie will die Kinder dort abholen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, im persönlichen als auch im globalen Kontext. In unseren Kindern liegt die Zukunft dieser Welt. So sehe ich unsere Schule als große Chance, dass in unseren Kindern das angesprochen wird, was sie dazu befähigt die notwendigen Veränderungen in den Bereichen unserer Gesellschaft wie Wirtschaft, Politik, Medizin, Pädagogik etc. zu schaffen. Deshalb setze ich mich mit all meiner Kraft und all meinem Können für die Entstehung der Waldorfschule in Erlbach ein, für eine Erziehung, die den Kindern der neuen Zeit alles mitgibt, was sie brauchen, um zu gesunden, tatkräftigen und eigenständigen Persönlichkeiten heranzuwachsen.

 

Mit der Waldorfschule bin ich erstmals in Kontakt gekommen, als meine beiden jüngeren Geschwister die Freie Waldorfschule Trier besuchten. Mit Begeisterung erlebte ich deren Schulalltag mit, der geprägt war von künstlerischen und handwerklichen Inhalten, von bewegenden Erlebnissen wie Schafehüten und Scheren, Theaterspiel oder dem Entwickeln von Konzepten, die dann gemeinsam mit der Klasse umgesetzt wurden. Ich merkte immer mehr, dass mir diese Schulform sehr viel mehr entsprach und wechselte nach der 10. Klasse auf die Waldorfschule. Das war für mich die beste Entscheidung überhaupt. Durch den anschaulichen Unterricht begriff ich auf einmal chemische Formeln und die Gesetze der Physik. Mit großer Begeisterung verfolgte ich nahezu jeden Unterricht und legte 1993 erfolgreich mein Abitur ab.
In meinem Beruf als Dipl. Kunsttherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie begleite ich viele Kinder therapeutisch und habe im Laufe der Zeit beobachtet, dass das Schulsystem immer verkopfter zu werden scheint. Musische Fächer wie Kunst und Musik werden gekürzt. Genau die Fächer, die das Gefühl ansprechen, fallen heute ab einer gewissen Altersstufe einfach weg. Durch meinen Beruf weiß ich, wie wichtig die Entwicklung der Gefühle ist und auch wie notwendig eine gute Anbindung an die eigenen Gefühle ist, um ein glücklicher und zufriedener Mensch zu werden. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass genau dies an Waldorfschulen gefördert und unterstützt wird neben den körperlichen und geistigen Aspekten die ebenso wichtig sind, um in der Welt zu Recht zu kommen. Schon lange weiß man, dass Inhalte, die mit Gefühl gefüllt sind, länger im Gedächtnis bleiben. Es wundert daher nicht, dass, wenn ich mich an meine Schulzeit erinnere, ein Großteil die Zeit an der Waldorfschule ausmacht.
Als Mutter einer fünfjährigen Tochter wünsche ich mir, dass Amalia genau diese Erfahrung auch in der Schule machen kann. Ich bin überzeugt, mit der richtigen Ansprache kann jedes Kind Freude am Lernen haben. So habe ich es selbst erlebt.
2001 -2004 habe ich die kombinierte systemische Ausbildung bei Diplompsychologin Erika Schäfer absolviert. Seit 2007 lebe und arbeite ich bei Frau Schäfer im Therapie-, Lehr- und Forschungszentrum Eisenbuch in Erlbach. Ich fühle mich stark verbunden mit dem Ort, mit den herzlichen Menschen und der wunderbaren umliegenden Natur, und so habe ich hier eine zweite Heimat gefunden. Als die Grundschule in Erlbach aufgelöst werden sollte, hat uns das sehr beschäftigt. Und so wurde die Idee geboren, eine Freie Schule in Erlbach zu gründen. Für mich ein wunderbarer Ort für eine Freie Schule, wo Natur, Landwirtschaft und Handwerk ineinandergreifen. Geprägt von diesen drei Säulen wird diese Schule ein großer Gewinn sein für die ganze Region. Ich würde mich sehr freuen, wenn sich viele Menschen finden, die beim Aufbau der Freien Schule in Erlbach mithelfen und damit vielen Kindern ermöglichen, diese besondere Schule besuchen zu können.

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Marjam Gößmann-Schmitt,*1973, Diplom Kunsttherapeutin und Heilpraktikerin (Psychotherapie)

Karl Gößmann-Schmitt

Ich bin aufgewachsen mit meinen Eltern und drei Geschwistern auf einem kleinen Bauernhof mit vielen Tieren. Schon als Kind war ich sehr in die Jahresabläufe von Natur, Tieren und Arbeit eingebunden. An meine Schulzeit habe ich wenig Erinnerungen. Die wenigen Erinnerungen sind viel mit Angst und Unbehagen verbunden, was aus heutiger Sicht meine schlechten Leistungen zum Großteil erklärt. Erst als ich die Schreinerlehre begann, veränderte sich mein Gefühl, das ich bisher zur Schule hatte. Etwas Neues zu lernen, was ich mit eigenen Händen machen kann, bei dem aber auch Wissen, logisches Denken und Kreativität erforderlich sind, hat mich begeistert, mir viel Freude bereitet und mich sehr motiviert. Eine Arbeit zu sehen, die ich selbst entworfen und hergestellt habe, erfüllt mich heute noch.

 

Die Gesellenprüfung bestand ich dann als Innungsbester. Auch an der Meisterschule Ebern und an der Akademie für Holzgestaltung in Cham war ich unter den besten Absolventen. Schließlich habe ich noch 16 Semester an der Hochschule für freie Kunst in Hamburg studiert und mein Diplom für freie Kunst mit Auszeichnung bestanden.
Durch mein Interesse an philosophischen Themen habe ich schon früh Bücher von Rudolf Steiner gelesen, auch über die Entwicklung des Menschen. Aus eigener Erfahrung konnte ich in vielen Punkten nur zustimmen.
Ich empfinde es als ein großes Geschenk am Aufbau der Freien Schule hier in Erlbach mitzuwirken. Dadurch kann ich mithelfen, dass meine Tochter und viele andere Kinder, in einer Schule aufwachsen, in der sie als Mensch und Persönlichkeit gesehen und gehört werden. Wo von der ersten Klasse an, unsere Kinder ihrer Persönlichkeit entsprechend gefördert werden, im Tun, im Denken, im Fühlen, im Umgang mit sich, im Umgang mit anderen Menschen und der Umwelt.
Ich freue mich jetzt schon darauf, dabei zu sein, wenn die ersten Schüler die Freie Schule Erlbach abgeschlossen haben und als eigenständige Persönlichkeiten ins Leben gehen.

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Karl Gößmann-Schmitt, *1964, Schreinermeister, staatl. gepr. Raum- und Formgestalter und freischaffender Künstler

Aufsichtsrat

Maximilian Rosner

„So viel Welt als möglich in die eigene Person zu verwandeln, ist im höheren Sinn des Wortes Leben.“ (Wilhelm von Humboldt)
Eine ganzheitliche Ausbildung ist ein Privileg und eine Chance, die man ergreifen muss, wenn sie sich einem bietet.
In unserer Initiative bekleide ich einen der sechs Aufsichtsratsposten. Aktuell studiere ich als gelernter Schreiner Psychologie, bin verheiratet und habe drei Kinder.
Eine Schule zu errichten, an der man alle Abschlüsse, vom Hauptschulabschluss bis zum Abitur, erreichen kann, die Art und Weise des Lehrens und des Lernens und die Betrachtung des Kindes an solch einer Schule ist mir eine große Motivation. Die tollen Menschen unserer Initiative, das Engagement und die Leidenschaft dieser, machen es erst möglich ein solches Projekt zu stemmen. Darüber bin ich sehr glücklich.

 

Ich selbst kollidierte des Öfteren mit dem Regelschulsystem. Als sehr lebendiger Junge mit viel Neugier auf die Welt, war ich in der Wahrnehmung der Schule ein wenig angepasstes Kind, das Schwierigkeiten machte.
Auch als Abiturient und im darauffolgenden Studium, war ich wenig zufrieden.
Ich wünsche mir für unsere Kinder eine schulische Bildung, die nicht nur die kognitive, sondern auch die kreative und seelische Entwicklung in den Vordergrund stellt. Aus dieser Motivation heraus, habe ich mich dazu entschlossen, aktiv an der Gründung einer Freien Schule bei uns im Ort mitzuwirken. Ich nehme diesen Weg als großes Glück wahr, die Möglichkeit zu haben, hier im Holzland etwas zu bewegen und die Zukunft unserer Kinder gestalten zu können.

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Maximilian Rosner, *1988, Schreiner

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Otto Altmann

Ich bin begeistert, dass das Leben in einem Dorf neu geformt wird, und da ist es eine Ehre ein Teil sein zu dürfen. Ich bin mit 5 Geschwistern auf einem Bauernhof in der Nähe sehr frei aufgewachsen. Wir durften Kinder sein in allen Facetten. Das sehe ich in der Freien Schule wieder. Ich persönlich habe mein Leben auch sehr facettenreich weitergelebt. Von einer landwirtschaftlichen Ausbildung über Chemiewerker und Bauarbeiter (Baggerfahrer, Bauleiter) zum Physiotherapeuten und Heilpraktiker. Dieser Weg ist nur mit Selbstvertrauen möglich und das erlangt jeder/jede, die sich RICHTIG fühlt. Diesen Weg geht unsere neue Schule! Ich bin 1961 geboren, verheiratet und habe 2 erwachsene Kinder.

 

Otto Altmann, *1961, Physiotherapeut und Heilpraktiker

Maria Jansen

 

Andreas Kiep

 

Schirmherrschaft

Dipl. Pysch. Erika Schäfer

Ich begleite seit über 60 Jahren Kinder in meiner psychotherapeutischen Praxis. Der Leistungsdruck auf unsere Kinder in den Schulen hat in dieser Zeit erheblich zugenommen. Aber nicht nur die Leistungsanforderungen in den Schulen, auch die Hektik, alles muss schnell und effizient sein, der Lärm, die Hochfrequenzstrahlungen durch Handys, Computer etc. belasten unsere Kinder sehr. Wir brauchen dringend Schulen, in denen die Kinder zur Ruhe kommen können. Wir sind dabei in Erlbach eine solche Schule zu gründen. Es erfüllt meinen Lebensabend mit Glück, die Initiative mit all meiner Kraft und Erfahrung zu unterstützen.

 

1998 bin ich nach Erlbach gezogen und durfte in Eisenbuch, in dem schönen Holzland, ein großes Therapie-, Lehr- und Forschungszentrum errichten. Durch die wunderbare Natur und die offenherzigen Menschen habe ich hier eine echte Heimat gefunden. Alle Schüler und Klienten, die hierher kommen, sind beeindruckt von dem schönen Land.
Als psychologische Kindertherapeutin habe ich über 60 Jahre lang meine ganze Kraft für das Wohl und das Gedeihen von Kindern eingesetzt. Als in Erlbach die Grundschule aufgelöst und in ein Verwaltungsgebäude umgebaut werden sollte, kam uns die Idee, dass wir eine Freie Schule gründen könnten, damit dieses wunderbar in der Natur gelegene Gebäude weiterhin Kindern erhalten bleibe.
Unsere Kinder werden heute in den Schulen immer stärkerem Leistungsdruck ausgesetzt. Fächer wie Musik, Kunst und Sport, die sich nachweislich besonders positiv auf die seelische, geistige und körperliche Entwicklung von Kindern auswirken, werden nach und nach gestrichen.
Das Konzept der Freien Schulen sieht vor, die Kinder nicht nur geistig zu fördern, sondern auch besonders seelisch wachsen zu lassen.
Ich würde mich sehr freuen, wenn unsere Initiative viele Unterstützer finden würde.

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Erika Schäfer, *1934, Diplom Psychologin