Geschichte

Gründungsveranstaltung am 8.9.2018

Lehrerteam

Ein umfangreiches Lehrerteam steht für die Waldorfschule bereit: (v.r.n.l.) Maria und Michel Jansen, Juliana Capella, Schulleiterin Aimée E. Fenzl, Robert und Kerstin Maier, Klaus Pasedag,, Manfred Schmoigl und Pfarrer Ludwig Samereier.

Großes Fest zum Start der Freien Schule Erlbach
16 Schüler hatten ihre erste Schulstunde – großes Engagement des Gründerteams

„Heute schreibt Erlbach Geschichte – es ist ein großer Tag für die Gemeinde“ verkündete der Vorstand der Waldorfinitiative, Dr. Michael Seefried bei der Feier zur Gründung der Schule am vergangenen Samstag im Beisein von namhaften politischen Vertretern. Es entsteht eine Schule, die sich an der Entwicklung der Kinder orientiert. „Es soll eine Schule des Volkes und der Gemeinschaft, eine Schule mit Herz in einem Ort mit Herz sein“. Lange mussten die Verantwortlichen auf die staatliche Genehmigung warten, die erst genau eine Woche vor Schulbeginn erteilt wurde (der Anzeiger berichtete darüber am 5.9.2018). Den Eltern sprach Dr. Seefried seinen Dank für ihr Vertrauen und das lange Warten aus.

„Eine Gesellschaft offenbart sich am deutlichsten im Umgang mit Kindern. Unser Erfolg muss am Glück und am Wohlergehen der Kinder gemessen werden. Sie sind die verwundbarsten Bürger und der größte Reichtum der Gesellschaft“.  Dieses Zitat von Freiheitskämpfer Nelson Mandela steht am Beginn des pädagogischen Konzeptes, wie Dr. Michael Seefried in seiner Ansprache verkündete. Zurückblickend erinnerte Dr. Seefried, dass der Ursprung in einer Schule für Arbeiterkinder der Zigarettenfabrik „Waldorf-Astoria“ lag, in der nach dem Konzept von Rudolf Steiner unterrichtet wurde. Ein Eigenname für die Schule wird noch gesucht und in Kürze bekannt gegeben. Ein paar Vorschläge sind genannt worden.

„Es dürfte wohl noch nie eine Schule in der kurzen Zeit von nur zwei Jahren gegründet worden sein. Dies war nur möglich durch das beispielhafte Zusammenwirken der unermüdlichen Mitstreiter des Gründungsteams mit Dipl.-Psychologin Erika Schäfer als Schirmherrin, dem Ehepaar Gößmann-Schmitt und den Gründungsberatern, sowie von politischer Seite Kultusminister Herrn Bernd Sibler, den Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Dr. Martin Huber, Landrat Erwin Schneider, der oberbayerischen Regierungspräsidentin Frau Maria Els, dem Ehepaar Franziska und Dr. Konrad Hahn, sowie den Gemeinderepräsentanten und Pfarrer Ludwig Samereier.

„Es war ein wahnsinniger Ritt vom ersten Gedanken bis zur heutigen Realisierung“, so Dr. Michael Seefried. „Es haben sich die richtigen Leute im richtigen Augenblick getroffen als es galt, das leerstehende Schulhaus zu beleben. Mit der geplanten Verlegung des Verwaltungssitzes konnten sich die Erlbacher nicht anfreunden und suchten nach Alternativen. Die Idee zu einer neuen Schule wurde im Therapiezentrum von Dipl.-Psychologin Erika Schäfer in Eisenbuch geboren. Nach mehreren Informationsversammlungen war nicht die Frage ob, sondern wie das Vorhaben verwirklicht werden kann. Er sei tief beeindruckt von der „Herzenswärme der Erlbacher“, so der „Vater der Schule“. Er habe vor, die Entstehungsgeschichte in einem Buch niederzuschreiben.

Erfreulicherweise konnte ein umfangreiches Lehrerkollegium gefunden werden. Bereits seit dem vergangenen Jahr hat sich Maria Jansen-Hilvering in die Schule mit ihren „Reisen durch den Schulalltag“ eingebracht, ihr Mann Michel hat sich um die Anlage des Schulgartens verdient gemacht. Die Schulleitung übernimmt Aimée Elisabeth Fenzl,  Juliana Capella und Klaus Pasedag unterrichten Fremdsprachen, für Eurythmie konnte Ulrike Kortes und für Sport Manfred Schmoigl gewonnen werden. Robert und Kerstin Maier könnten bei Bedarf Internatsschüler aufnehmen und zusätzlich Aikido an der Schule unterrichten, nicht als Kampfsport sondern als Unterstützung sich selbst und seinen eigenen Selbstwert besser kennenzulernen. Mit Pfarrer Ludwig Samereier für den Religionsunterricht ist somit das erforderliche Lehrerkollegium komplett.

Pfarrer Samereier berichtete, dass ihn die freudige Nachricht von der Genehmigung im Urlaub erreicht habe. Mit dem Gedicht „Der Ernst des Lebens“ ermunterte er die Schüler für den Schulalltag, bevor er ein Segensgebet sprach und die Schulräume mit Weihwasser segnete.

Dann kam der große Auftritt der Kinder: sie wurden einzeln auf der Bühne begrüßt und von Klassenlehrerin Maria Jansen-Hilvering zur ersten Unterrichtsstunde geführt. „Ihr lernt hier lesen, schreiben und rechnen, ihr habt Hände und werdet damit nähen, kochen und kreatives Gestalten lernen“, ermunterte die Pädagogin die derzeit sechzehn Schüler.

Schirmherrin Erika Schäfer würdigte das große Engagement des „Organisationsgenies“ Dr. Michael Seefried, der oftmals aus der Schweiz zu Gesprächen und Verhandlungen angereist ist. „Trotz äußerster Anspannung habe er immer ruhig gewirkt“.

„Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ betitelte Landtagsabgeordneter Dr. Martin Huber sein Grußwort. Er sehe in der neuen Waldorfschule eine Ergänzung zum Schulangebot im Landkreis. Er sei beeindruckt von der pragmatischen Vorgehensweise, mit der diese Schulgründung erfolgt ist.

Auch Landrat Erwin Schneider betonte, dass die Bedeutung dieser Schulgründung weit über Erlbach hinausgehe. „Die Zeit ist reif, für eine Vielfalt der Schulbildung. Den Bedürfnissen der Bevölkerung müsse Rechnung getragen werden“. Dies sei ihm auch bewusst geworden bei Besuchen im Sozialpädiatrischen Zentrum des Kreiskrankenhauses, die mit den Schulen in engem Kontakt steht.

Erleichtert zeigte sich auch Bürgermeister Franz Watzinger: „Es ist alles gut ausgegangen, statt eines Verwaltungssitzes haben wir nun eine neue Schule“. Zeigte sich der Gemeinderat anfangs kritisch zu dem Gedanken einer Schulgründung, so konnte dieser nach Vorlage eines ausführlichen Konzeptes Gefallen daran finden. Die Gemeinde hat das Schulgelände auf Erbpachtbasis der „Gemeinnützigen Genossenschaft zur Förderung der Freien Schule Erlbach im Holzland e.G.“ überlassen. Mit Beifall quittierten die Besucher, dass bis 2021 auf eine Pachtzahlung verzichtet wird. Dass die Bevölkerung hinter diesem Vorhaben steht, hat die rege Teilnahme an den bisherigen Veranstaltungen gezeigt. Obwohl im Logo der Schule ein Lindenbaum ist, übergab der Bürgermeister zur Schulgründung einen jungen Birnbaum, „denn diese Früchte schmecken den Kindern sicher besser“.

Als Mitstreiter für die neue Schule zitierte Dr. Konrad Hahn den mexikanischen Revolutionär Che Guevara, der auch als Arzt und Autor wirkte: „Seien wir realistisch, aber versuchen wir auch das Unmögliche“. Dies treffe auch für das „Waldorfteam“ in vollem Umfang zu.

Nach Aussage von Vorstandsmitglied Marjam Gößmann-Schmitt wird sich die Schülerzahl noch erhöhen, da sich nach der nun vorliegenden Genehmigung Eltern für die Erlbacher Schule entschieden haben.

Diese eindrucksvolle Feier mit rund zweihundert Besuchern im Schulgarten wurde mit anspruchsvollen Musikstücken von Marina Mittermeier auf ihrer Konzertzitter, sowie mit italienischen Liedern von Ercole Caputo und seinen drei Sängerinnen würdevoll umrahmt.

Die Schulräume erhielten von Pfarrer Ludwig Samereier den kirchlichen Segen. Dem wohnten bei Vorstandsmitglied Marjam Gößmann-Schmitt (v.l.n.r.), Vorstand Dr. Michael Seefried und Gemeinderat Johann Schwertfellner, der mit seiner Anfrage „den Stein ins Rollen brachte“

Die neuen Schüler werden zu ihrer ersten Unterrichtsstunde geführt.

Die neuen Schüler werden zu ihrer ersten Unterrichtsstunde geführt.

Erlbach und seine neue Schule von Erika Schäfer, Schirmherrin

Glücklich sind allein diejenigen,
die sich von ihrem Herzen bestimmen lassen.
Albert Schweitzer

Nicht zum ersten Mal in der Geschichte von Erlbach zeichnet sich die kleine Gemeinde dadurch aus, dass sie sich pionierhaft für die geistige und seelische Entwicklung von Kindern einsetzt.

Schon 1774 wird von dem Messner Georg Strasser berichtet, dass er Kinder in seinem Haus unterrichtet hat und zwar zu einer Zeit, in der es noch lange keine Schulpflicht gab. Durch eine Inschrift an der Friedhofsmauer werden seine Verdienste gewürdigt.

Auch heute ist Erlbach mit der Gründung einer Freien Schule wieder ein Vorreiter in der körperlichen, seelischen und geistigen Erziehung von Kindern.

Damals kam es darauf an, dass Kinder das Lesen und das Schreiben lernten, in einer Zeit, als die meisten Menschen auf dem Land noch Analphabeten waren. Heute leben wir in einer Zeit, in der es nicht nur um Lesen und Schreiben und um Wissensvermittlung geht, sondern besonders auch um die seelische Entwicklung von Kindern.

Heute sind die seelischen Anforderungen an die Kinder erheblich größer als noch vor 50 Jahren, Tendenz steigend. Die Kinder sind viel mehr Reizen und Stress ausgesetzt, sowohl körperlich als auch seelisch und geistig. Sie müssen die Umweltgifte in der Luft und in der Nahrung bewältigen. Dazu kommen die unsichtbaren, vermutlich schädlichen Strahlungen von Handys und WLAN.

Die Kinder, vor allem in den Städten, sind einem enormen Lärmpegel ausgesetzt, sie erleben Hektik und den Stress bei vielen Erwachsenen in einer geänderten und bedrohlich gewordenen Arbeitswelt. Die Arbeitsplätze sind nicht mehr sicher und eine tiefe religiöse Verwurzelung, die vieles erträglich machte, löst sich auf.

Das bedeutet, dass unsere Kinder nicht auch noch in der Schule Stress ausgesetzt werden dürfen. In den Schulen sollten nicht Wissensvermittlung und Leistungsdruck vorherrschen, sondern in erster Linie soll es um die Entfaltung von Kreativität, Flexibilität, Selbstvertrauen, Verantwortungsbewusstsein, sozialer Kompetenz, Integrität und emotionaler Ausgeglichenheit gehen. Vor allem sollen die Kinder ihre angeborene Lebendigkeit und Lernfreude nicht verlieren – Eigenschaften, die wesentlich zur seelischen und geistigen Gesundheit beitragen.

Der Physiker Hans Peter Dürr, Träger des alternativen Nobelpreises, schreibt:
„Die Krisen der heutigen Zeit hängen alle damit zusammen, dass wir eine völlig falsche Vorstellung von der Welt haben. (...) Viele haben den Eindruck, dass wir unserem Untergang entgegen gehen und nichts dagegen tun können, (...)Der Weg aus dieser Enge heißt Entkrampfung, Lockerung, Öffnung, Befreiung von den Fesseln. (...) und unserem Leben wieder die Lebendigkeit zurück zu gewinnen, die wir brauchen, um aus den Fesseln heraus zu kommen. Das heißt aber letztlich auch, dass wir wieder die spirituelle Dimension unserer Existenz erkennen müssen, die wir verdrängt haben.“

Wir hoffen, dass wir mit unserer neuen Schule einen kleinen Beitrag zu dieser Offenheit und Entkrampfung beitragen können, zum Erhalt unserer schönen Erde.

Der Hauptmotor, dass die Idee einer Freien Schule so schnell in die Tat umgesetzt werden konnte, ist Dr. Michael Seefried. Er hatte unersetzlich gute Helfer wie das Ehepaar Marjam und Karl Gößmann-Schmitt, unsere Lehrerin Maria Jansen, den Bürgermeister von Erlbach Franz Watzinger, den Landrat Erwin Schneider und den Landtagsabgeordneten Dr. Martin Huber, ohne deren Hilfe das Projekt nicht so schnell hätte verwirklicht werden können.

Aber ohne das Organisationstalent, den selbstlosen und unermüdlichen Einsatz, die absolute Präsenz und das Verhandlungsgeschick von Dr. Michael Seefried wäre es nicht gelungen.

Georg Gassners Einsatz wurde durch eine Gedenktafel an der Friedhofsmauer gewürdigt. Der Einsatz von Dr. Michael Seefried könnte dadurch gewürdigt werden, dass die Schule seinen Namen erhält.

Gruß Landrat Erwin Schneider

Das zweieinhalbfache Wunder von Erlbach
Landrat Erwin SchneiderDie Verwaltungsgemeinschaft Reischach, die 2018 ihren 40. Geburtstag feiern konnte, stand in den Jahren 2015 bis 2017 vor ihrer bisher größten Herausforderung ihrer Geschichte. Der Grund war kein banaler, wie manchmal in solchen Fällen üblich, sondern die Tatsache, dass die Verwaltungsgemeinschaft in ihrer Sitzung vom 30. Juli 2015 das Ende des Grundschulstandortes Erlbach zum Schuljahr 2016/17 beschlossen hatte. Jeder weiß, dass die Schließung der Schule vor Ort für eine Gemeinde eine der einschneidendsten Ereignisse ist, die man sich kommunalpolitisch vorstellen kann.

Sachlich war diese Entscheidung durchaus nachvollziehbar, weil das sehr gut geeignete Reischacher Schulhaus leer stand. Als Kompensation für Erlbach sollte der Sitz der Verwaltungsgemeinschaft, der seit dem Start der VG vor 40 Jahren in Reischach war – dort durchaus sinnvollerweise war – nach Erlbach verlegt werden. So war alles geplant und was die Sitzverlegung betrifft, von der Regierung von Oberbayern genehmigt, wenn auch mit großen Bauchschmerzen. So richtig glücklich und zufrieden waren aber wohl die wenigsten mit dieser Lösung.

Jetzt geschehen die angesprochenen Wunder:

Marjam Gößmann-Schmitt hatte 2016 die Idee, eine Waldorfschule in Erlbach zu gründen. Diese Idee wurde von Dr. Michael Seefried und Erika Schäfer aus Eisenbuch aufgegriffen, mit der festen Überzeugung, dass der Standort Erlbach mit seinem Einzugsgebiet in Ober- und Niederbayern eine Waldorfschule auch füllen könnte. Das kam vielen Erlbachern anfangs noch etwas abstrakt und sonderbar vor, nahm aber trotzdem seinen Lauf und gewann immer mehr an Dynamik. Ende 2016 wurde dazu eine Genossenschaft gegründet.

Diese Schulinitiative von Dr. Michael Seefried und Erika Schäfer hat dann dazu geführt, dass die Verlegung des Verwaltungssitzes nach Erlbach, die ab dem 1. Januar 2017 rechtlich vollzogen wurde, letztendlich nicht stattfand. Der „Gordische Knoten“ wurde sprichwörtlich durchschlagen. Erlbach sollte wieder eine Schule bekommen und Reischach den VG-Sitz behalten.

Die Rechnung wurde aber noch ohne wirkliche Kenntnis der schulaufsichtsrechtlichen Voraussetzungen gemacht. Nicht nur eine VG-Verlegung bedarf der Genehmigung der Regierung von Oberbayern, sondern auch die Gründung einer neuen Waldorfschule. Für eine solche Genehmigung bedurfte es eines zweiten Wunders. Konzepte wurden gefordert und vieles andere mehr. Im Frühsommer 2018 war die Gründung zum Schuljahr 2018/2019 quasi gescheitert. Mehrere Termine fanden bei der Regierung von Oberbayern statt. Strategiebesprechungen wurden abgehalten – jetzt unter Einbezug der Eheleute Dr. Konrad und Franziska Hahn aus Reischach. Unsere Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Dr. Martin Huber wurden eingeschaltet. Der Kultusminister Bernd Sibler wurde intensiv bemüht während seiner Teilnahme an der Lichterprozession am 14. August 2018 in Altötting.

Das kaum mehr zu erwartende zweite Wunder trat ein. Am 4. September 2018, also kurz vor Schulbeginn, genehmigte die Regierung von Oberbayern die Waldorfschule in Erlbach.

Das konnte nur gelingen, weil sich Dr. Michael Seefried mit nahezu übermenschlichem Einsatz für diese Sache engagiert hat. Es zeigt sich wieder einmal, dass überdurchschnittlicher Einsatz und Motivation den Unterschied machen können zwischen Gelingen und Scheitern.

In Erlbach ist es gelungen. Jetzt kommt auch noch quasi als weiteres halbes Wunder hinzu, dass es in Reischach am Sitz der VG ein neues Rathaus geben wird, das den Ansprüchen der VG voll gerecht werden wird. Ende gut – alles gut!

Landrat Erwin Schneider, Altötting im Januar 2019

Gruß Dr. Martin Huber

 Lieber Michael, liebes Team der Waldorfschule Erlbach 

„Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“

Martin HuberSo lautet ein viel zitierter Spruch. Wie sehr dieser Spruch auch zutrifft, davon konnten wir uns alle in diesem Jahr eindrucksvoll überzeugen.

Die Idee zur Umsetzung der Waldorfschule in Erlbach war von Anfang an stark. Zwar war nicht allen von vornherein bewusst, dass auch die Zeit dafür gekommen ist - aber die Idee war stärker.

Ich danke allen von Herzen, die mitgewirkt haben, dass die Waldorfschule Erlbach Realität werden konnte, die sich nicht haben entmutigen lassen von manchen Rückschlägen und Hindernissen, die immer an den Erfolg geglaubt haben.

Es freut mich außerordentlich, dass es uns gemeinsam gelungen ist und so wünsche ich der Waldorfschule Erlbach von Herzen alles Gute, den Lehrkräften und den Schülerinnen und Schülern stets ein gedeihliches Miteinander und Freude am Lernen.

Beste Grüße

Martin Huber

Gruß Bürgermeister Watzinger

Liebe Schüler, liebe Eltern, liebe Lehrer

Mit dem Beginn des neuen Schuljahres 2018/19 hat für die Gemeinde und das Dorf Erlbach eine neue Zeitrechnung begonnen. In unser Schulhaus, das zwei Jahre leer stand, wird nach dem Konzept der Waldorfpädagogik wieder Unterricht gegeben. Zugegeben eine noch kleine Schulgemeinschaft, aber wenn wir alle zusammen helfen, wird dieses zarte „Pflänzchen“ wachsen und gedeihen und zu einem stolzen Baum werden.

Für unseren Ort ist die Schule eine große Bereicherung, deren Wert wir heute wohl noch nicht ganz fassen können. Ich bin überzeugt, die ganze Gemeinde steht diesem Projekt mit offenen Herzen und gespannter Erwartung gegenüber.

Eine Hochachtung und ein großer Dank gilt allen Beteiligten, die zur Gründung der „Freien Waldorfschule Erlbach im Holzland“ nicht der Mut verlassen hat, im Besonderen bei Frau Erika Schäfer von Eisenbuch, die mit Frau Marjam Gößmann-Schmitt den ersten Anstoß gab, und bei Herrn Dr. Michael Seefried, der diese Idee trotz manchem Gegenwind umsetzte. Dank gilt hier auch unserem Landrat Erwin Schneider und unserem MdL Dr. Martin Huber, die sich sehr für die schulaufsichtliche Genehmigung einsetzten.

Zum Schluss wünsche ich, dass sich alle Schüler und Lehrer hier bei uns wohlfühlen, die Schule jedes Jahr wächst und immer mehr Zuspruch findet.

Euer Bürgermeister Franz Watzinger

Gruß Pfarrer Ludwig Samereier

Liebe Ehrengäste, liebe Eltern und Kinder, liebe Schulfamilie, liebe Lehrkräfte,

Pfarrer Ludwig Samereierein großer Dank an alle Verantwortlichen für den gewaltigen Einsatz zur Betriebserlaubnis der Waldorfschule Erlbach.

Ein besonderer Dank gilt dem Motor der Unternehmung, Herrn Dr. Michael Seefried, für seinen großen Einsatz, durch den alles letztlich ermöglicht wurde. Ich gratuliere zu diesem Erfolg. Den Kindern mit ihren Eltern wünsche ich eine schöne Schulzeit hier in Erlbach. Im Urlaub habe ich ein Gedicht entdeckt, das bei einer Schuleinweihung vorgetragen wurde. Dieses Gedicht möchte ich nun auch auf die Waldorfschule Erlbach übertragen und es zum Start allen Schülerinnen und Schülern, allen Eltern und Lehrkräften mit auf den Weg geben. Wir fügen es in der Anlage bei.

Einen schönen Verlauf und eine  fröhliche Feierstunde wünscht

Pfarrer Ludwig Samereier

Gruß Dr. Konrad Hahn

Meine sehr geehrten Damen und Herren, verehrte Ehrengäste.

Das Wunder ist geschehen! Durch den unermesslichen Einsatz aller Beteiligten hat Erlbach nun eine Waldorfschule.

Frei nach Che Guevara „Seien wir realistisch, versuchen wir das Unmögliche!“ hat Dr. Michael Seefried mit seinen Helfern in den letzten Wochen und Monaten schier Unmögliches geleistet.

Dennoch bedurfte es auch der Unterstützung unserer Politiker. Wie gut, dass sich da unser Landrat Erwin Schneider, Dr. Martin Huber, ja sogar unser Kultusminister Bernd Sibler von dieser wunderbaren Idee überzeugen ließen. Nein, nicht nur überzeugen, ich glaube, sie waren selber begeistert davon.

Und so bin ich einfach nur erleichtert, dankbar und froh, dass für dieses ­gesunde Dorf Erlbach eine so gesunde Sache wie diese Waldorfschule gelungen ist.

Gesund, weil  jede Tat eines Kindes letztendlich ein Symptom ist und jedes Symptom eine Ursache hat, und weil diesen Erkenntnissen hier an dieser Schule Rechnung getragen werden wird und zwar ohne „ RITALIN“!!!

Gesund, weil gerade ein Kinderarzt wie Michael Seefried dieses Konzept vertritt und deshalb diese Schule in diesem „Walddorf“ aus der Taufe gehoben hat.

Als Kinderpsychiater weiß er nur zu genau, womit die seelische und körperliche Gesundheit unserer Kinder gewährleistet werden kann.

„Um etwas zu tun, muss man es sehr lieben.

Um etwas sehr zu lieben, muss man bis zur Verrücktheit daran glauben!“ sagt der Arzt Che Guevara.

Ja, wir alle, aber ganz besonders Dr. Seefried, haben  bis zuletzt wie verrückt an diesen Erlbacher Waldorfschulerfolg geglaubt – und darum ist er auch gelungen.

Ich wünsche den Erlbachern, den Kindern und allen Beteiligten von Herzen viel Glück mit dieser Schule und dass sie auch nach Jahren noch sagen werden:

Es war ein Glückstag, ganz gewiss, wie diese Schule hier entstanden ist!

Dr. Konrad Hahn, 8.9.18

 

Dr. Michael Seefried - Die Entstehung "meiner" Schule

Es war an einem warmen Spätsommerabend am 15. September 2016, eine Woche vor meinem 57. Geburtstag, als wir uns im Garten des schönen Therapiezentrums von Erika Schäfer trafen. Anlass des Treffens war, herauszufinden, ob die Bevölkerung Erlbachs der Gründung einer Waldorfschule zustimmen würde.

Als ich die etwa 70 bis 80 Menschen heranströmen sah, wusste ich: Wir gründen, und zwar sehr rasch. Ich hatte auf einmal sehr klare Bilder, dass alle diese Menschen diesen Auftrag hatten: mitzuhelfen, dass unsere Schule gegründet werden kann. Alle waren wir wie durch helle Bänder miteinander verbunden...

Ich stellte der Runde bei untergehender Sonne das Konzept der Waldorfpädagogik vor und spürte, dass mir die Menschen eigentlich nicht „gebannt“ zuhörten, sondern dass ihnen intuitiv sowieso klar war, dass die Schule den Ort braucht und der Ort die Schule. Und so war es nicht verwunderlich, dass genau diese Menschengruppe, die für mich die eigentlichen Initiatioren sind, mich eindringlich fragten: „Du machst doch mit?!“ Und für mich kam diese Frage nicht überraschend, auch meine klare Antwort nicht. Und so begann es.

Dies ist der Beginn einer Reise von zwei intensiven Jahren, in denen ich ein bestimmtes Lebensgefühl immer wieder hatte; und es verließ mich nur selten. Und in diesen seltenen Momenten war immer eine mir nahe stehende Person da, die mir „zuzwinkerte“ und sagte: „Weiter geht’s!“

Dieses Lebensgefühl zeigt eine unglaubliche Klarheit und Ruhe, gepaart mit einer Sicherheit, dass eine Macht dieser Welt, die ich Gott nennen möchte, mich beauftragt hat, diese Aufgabe zügig zu bewältigen. Klarheit, Ruhe und die Gewissheit, auf wundersame Weise geführt zu werden, sind die drei Qualitäten, die mich begleiteten, schützten und mir die unglaubliche Kraft gaben, diesen Weg zu gehen. Diese Qualitäten haben ganz viel mit Herzenskraft und Herzensqualität zu tun.

Je stürmischer die Zeiten waren, je mehr Widerstand wir beispielsweise während der Genehmigungsphase “ernteten”, desto ausgeprägter wurde dieses Lebensgefühl. Je aussichtloser das ganze Vorhaben in einem bestimmten Moment erschien, desto mehr „wusste“ ich, dass ich vertrauen durfte, bis ein nächster Wink mir den Weg wies.

In allen Gesprächen spürte ich diese drei Qualitäten und konnte sie den Menschen (natürlich unbewusst) vermitteln. Unbewusst, weil es mir selbst in dem Moment nicht so klar war, aber an der Reaktion der Menschen konnte ich erkennen, dass es so war. Diese drei Qualitäten hatten zur Folge, dass die Menschen sich in ihren Herzen berührt fühlten. Und so konnten wir eigentlich immer wahrnehmen, dass Türen, die anfangs verschlossen waren, sich öffneten (s. Historie).

Auf diese Weise wurde ich sehr intensiv zum zentralen Thema meiner ärztlichen Arbeit geführt. In meinem Buch „Kommt ein Kind zum Arzt. Dem Leben mit Zuversicht begegnen“ halte ich fest, dass ich den Moment, in dem eine Begegnung stattfindet, als Heilungsimpuls sehe.

Meine Erfahrung zeigt mir, dass kein therapeutischer Prozess und kein Lernprozess gelingen kann ohne diese Herzensqualität. Und so benötigt auch eine solche Gründungsinitative nicht nur begeisterte Menschen, sie benötigt diese starke Herzenskraft und die Verbindung zu einer göttlichen Kraft. Ich fühlte mich wie ein Kanal, der sich am 15. September 2016 plötzlich für mich geöffnet hat und ich war glücklich und sehr berührt, dass ich dies erkennen durfte.

In der heutigen Zeit, insbesondere in den Industrienationen, leiden die Menschen an einem Mangel: sie haben zu wenig Herzensqualitäten bzw. zu wenig Herzenskräfte. Folglich sind die häufigsten Erkrankungen bei Erwachsenen Herz-Kreislaufprobleme  und bei Kindern sind Bindungsstörungen eine häufige seelische Erkrankung.

Daher haben wir es uns zu den grundlegendsten Aufgaben unserer Schule gemacht, diese Herzensqualität im Schulalltag zu verankern, zu entwickeln und zu schulen. Wir haben das in unserem pädagogischen Konzept formuliert (Auszug siehe Homepage der Schule). Sehr passend hat eine Erlbacher Bürgerin für unsere Initiative das Motto “Schule mit Herz – Ort mit Herz“ geprägt.

Ein paar persönliche Worte

Ich bin als jüngster von fünf Jungs in der Nähe von Köln groß geworden. Zu Beginn der Pubertät –  ich ging in ein öffentliches Gymnasium – bin ich in einer stürmischen Entwicklungsphase stecken geblieben und seelisch immer mehr verarmt. Meine Eltern erkannten dies und beschlossen, mich ab sofort in eine Waldorfschule zu schicken. Das erste, was ich dort gemeinsam mit meinem Klassenlehrer tun durfte, war, einen Kinderspielplatz zu bauen: einen Plan erstellen, wie er aussehen soll, gefällte Bäume entrinden, Zweige absägen, den Baum in Teilstücke schneiden, die Holzteile anbrennen, die dann in der Erde verankert wurden, Teilstücke verschrauben etc.

Bei diesen Tätigkeiten wurde ich innerlich ruhig. Dank dem Schulwechsel konnte ich zum roten Faden in meinem Leben zurückfinden

Eine zweite wichtige Zäsur in meinem Leben  stellt die Ausbildung dar, die ich bei Dipl.-Psych. Erika Schäfer in ihrem Therapie-, Lehr- und Forschungszentrum Eisenbuch genießen durfte. Durch diese Arbeit im familiensystemischen Bereich und der Regressionstherapie konnte ich viele Hemmnisse in meinem Leben erkennen und überwinden und kann heute viel stärker mein Potential leben als noch vor wenigen Jahren. Zudem lernte ich viel besser zu beobachten und wahrzunehmen im Umgang mit mir selbst und mit meinem Gegenüber – privat wie beruflich. Dafür bin ich sehr dankbar, weil meine heutige Lebensqualität mit der früheren nicht zu vergleichen ist. Ich bin viel kraftvoller, belastbarer, ruhiger, ausgeglichener, sicherer und glücklicher.

Was mich veranlasst, heute eine Waldorfschule zu gründen, ist ein inneres wie auch ein äußeres Merkmal. Zum einen ist es die innere Übereinstimmung mit den Ideen der Waldorfpädagogik, zum andern weil ich überzeugt bin, in Erlbach mit seinen aufgeschlossenen, liebenswürdigen Menschen und der wunderbaren Natur einen besonders  geeigneten Ort für den Aufbau einer Waldorfschule gefunden zu haben.  Daraus leite ich den Auftrag ab, hier eine Waldorfschule zu gründen.

Ich sehe es als meinen Auftrag, eine Stätte ins Leben zu rufen für die Kinder, damit sie ihr Herz spüren lernen und erfahren, was Herzensqualität ist und wie sie gelebt werden kann, eine Stätte wo sie lernen, ihr Herz zu spüren, wo sie in ihrem Alltag Herzensqualitäten erfahren und selbst leben können. Das ist der wichtigste Aspekt. Denn dieser Aspekt ermöglicht, dass die Kinder heranreifen können, dass sie die Grundlage bilden können, intellektuell aufzunehmen, emotional und sozial zu wachsen. Dies bildet die Grundlage des Lehrplans an unserer Schule. Diese Herzensqualität ermöglicht es den Kindern heranzureifen, sie bildet die Grundlage für ihr emotionales, soziales und intellektuelles Wachstum. Der Lehrplan unserer Schule ist darauf ausgerichtet, diese Herzensqualität in den Kindern auszubilden, zu fördern und zu stärken.

Die Gründung dieser Schule  ist nur an diesem Ort möglich, in unmittelbarer Nähe zum Therapiezentrums Eisenbuch und  zur Arbeit von Erika Schäfer sowie  zu denMenschen der Umgebung, die diese Herzensqualitäten ausstrahlen. Das Therapiezentrum und die Schule haben denselben Anspruch: Den Menschen zu helfen, ihr Potential zu erkennen und zu leben. Dazu ist es wichtig, dass sie auch gut beobachten und wahrnehmen lernen, dass sie eine gute Selbstreflexion entwickeln und, wenn Hindernisse auf diesem Weg auftauchen, diese zu erkennen und zu überwinden.

Daher soll die Schule eine einheitliche Grund- und Höhere Schule werden, an der die Schülerinnen und Schüler die üblichen Schulabschlüsse absolvieren können. Die Schule umfasst Grundklassen und eine Höhere Schule. Die Schülerinnen und Schüler können hier die üblichen Schulabschlüsse absolvieren. Allerdings soll diese Schule auch eine Stätte künstlerischen, musischen und handwerklichen Tuns werden, sie soll eine Stätte werden, an der auch Kinder aus anderen Regionen die Möglichkeit haben, sie zu besuchen, die auch von Kindern aus anderen Regionen besucht wird, weshalb wir ein Internat anbieten. Sie soll eine Stätte sein, wo die Schülerinnen und Schüler noch während der Schulzeit in der Schreinerei oder der Schulküche eine Ausbildung beginnen können. Eine enge Zusammenarbeit mit umliegenden Betrieben ist für uns selbstverständlich.

Zudem streben wir an, die Pädagogik weiterzuentwickeln. Daher sprechen wir wie Rudolf Steiner, Gründer der Waldorfschulen, von Erziehungskunst (s. Artikel Namensfindung in dieser Schrift). Vielleicht gelingt es uns, in der Zukunft auch eine Ausbildungsstätte für Lehrer und Erzieher ins Leben zu rufen. Zudem ist ein Gesundheitszentrum geplant. Dort soll die Arbeit von Erika Schäfer fester Bestandteil sein. Ein Förderbereich in der Schule wird Schülerinnen und Schüler professionell begleiten. In diesem Bereich arbeiten Schularzt, Psychologen und Therapeuten eng zusammen.

Im Moment ist die Schule eine zarte Pflanze. Diese bedarf der Aufmerksamkeit und Pflege. Unsere wunderbare Pädagogik wird sich den Bedürfnissen der Kinder der heutigen Zeit anpassen und dabei ihre Entwicklung berücksichtigen. Immer mehr Kinder von heute bringen eine wertvolle feinfühlige Sensibilität und Wahrnehmungsfähigkeit mit. Wir nennen sie die „neuen Kinder”. Gerade sie bedürfen der Aufmerksamkeit und Pflege sowie der Begleitung und unbedingten Versicherung, dass sie genau richtig sind, so wie sie sind!

Die Entstehung der Schule wurde möglich dank dem unglaublichen Einsatz sehr fleißiger Menschen, die keine Mühe scheuten. Diesen Freunden habe ich in meiner Gründungsrede von Herzen gedankt. Dieser Dank gilt selbstverständlich auch meinen Vorstandsfreunden Marjam und Karl Gößmann-Schmitt sowie der Gründungslehrerin Maria Jansen-Hilvering mit ihrem Lehrerteam (siehe Gründungsrede) und den anderen Aufsichtsratsmitgliedern Otto Altmann, Claus Georg, Andreas Kiep, Max Rosner sowie Dr. Annette Walter, die im Novbember 2017 aus gesundheitlichen Gründen ausscheiden musste, aber uns  weiterhin hilft, wo sie kann.

Von Anfang an habe ich das sichere Gefühl gehabt, Kanal zu sein zur Erfüllung einer göttlichen Aufgabe, wie ich sie nenne. Diese wurde mir am 15.9.16 übermittelt. Es ist die Aufgabe, die Gründung dieser Schule anzuleiten, den Überblick zu bewahren und ständig nachzubessern im Sinne von: „Was brauchst Du, Schule?“ Die Aufgabe besteht weiter darin, den direkten Kontakt zu halten zur Politik und zu den Behörden, also zum Außenbereich, und zu mir selbst, meiner eigenen Stimme und Wahrheit, also zum Innenbereich.

Es war in den letzten beiden Jahren wie ein kontinuierliches Zwiegespräch mit dem Wesen Schule, das wie selbstverständlich zu mir sprach.

Aus diesem Grunde nenne ich sie „meine“ Schule. Sie ist wie ein Kind von mir, selbstverständlich ohne Besitzansprüche, ich wünsche mir einfach, dass diese Schule gedeihen kann. Ich  habe keinerlei persönliche Ambitionen an der Schulgründung. Weder habe ich Kinder, die diese Schule besuchen könnten, noch lebe ich in dieser bezaubernden Gegend des Holzlandes.

Ich habe einen Auftrag erfüllt. Darum wurde ich nicht gebeten, man hat mich beauftragt. Ich empfinde mich daher nicht lediglich als Schulgründer, sondern als Erfüller eines göttlichen Auftrages, so vermessen es vielleicht auch klingen mag. Aber das ist es nicht. Es ist eine tiefe spirituelle Erfahrung, dass ich einen solchen Auftrag empfangen durfte, um ihn mit ganz viel Hilfe und Liebe wertvoller Mitstreiter umzusetzen.

Die Schule ist ein Geschenk für die Kinder, und sie soll ein Geschenk für alle sein, die sehr eng die Entstehung der Schule begleitet und mit ermöglicht haben.

Zutiefst berührt bin ich, dass ich auf diese für mich neue und eindrückliche Weise den Reichtum unserer Welt kennenlernen durfte.

Dr. med. Michael Johannes Seefried, Eisenbuch-Erlbach im Dezember 2018

Freie Schule Erlbach aus Sicht der Gründungslehrerin Maria Jansen-Hilvering

Als wir vor fast zwei Jahren zum ersten Mal Kontakt hatten mit dem Vorstand der Gemeinnützigen Genossenschaft zur Förderung der Freien Schule Erlbach, wohnten wir noch in Tschechien und hatten keine Ahnung, auf welches Abenteuer wir uns da einlassen würden.

Ich denke, dass ich die Erste war, die auf eine Annonce reagierte, in der die Genossenschaft nach einer Lehrerin suchte für die neu zu gründende Schule in Erlbach. Natürlich wusste ich nicht, dass zu dem Zeitpunkt gerade erst die erste Versammlung stattgefunden hatte hier in Erlbach, und dass es zwar ein Gebäude gab, das aber eigentlich als Verwaltungssitz den Gemeinden zugesprochen war. All dies erfuhr ich dann von Marjam am Telefon.

Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch zwei andere Bewerbungen laufen an Schulen, die schon länger gegründet waren, bei denen es ein Team von Kollegen gab, wo die Schulen schon gewachsen waren bis zur 8. oder 12. Klasse, wo eine Schulleitung, ein Koch und eine Mittagsbetreuung vorhanden waren… Und doch wählte ich diese Freie Schule Erlbach als meinen zukünftigen Arbeits- und Entwicklungsplatz.

Wahrscheinlich muss man ein bisschen abenteuerlich sein, gerade das Ungewisse interessant finden, nicht gebahnte Wege gehen wollen, viel Energie haben und Unmengen von Fantasie, um sich auf ein Projekt einzulassen, von dem man noch überhaupt nicht weiß, ob es auch ausgeführt werden kann. Für mich war es gerade all dieses, das diesen Ruf so interessant machte. Nach 25 Jahren Unterrichtserfahrung ist es das einzige, was ich noch nicht gemacht habe: eine neue Schule zu gründen. Darum war es für mich ein ganz logischer Schritt, um am „Ende“ meiner Unterrichtslaufbahn noch mal ganz von Neuem zu beginnen. Und dass es gelingen würde, wusste ich, sonst hätte ich wohl nicht Mann, Kind und Tiere eingepackt und mitgenommen.

Ich empfinde es als großes Geschenk, dass ich von Anfang an beim Wachstum unserer Initiative, der Gründung und dem Start der Schule dabei sein durfte. Die Zusammenarbeit mit den Eltern der ersten Stunde inspiriert mich enorm, eine noch bessere Lehrerin zu sein, denn sie haben ein unendliches Vertrauen in uns, das verpflichtet. Und, last but not least, was wären wir ohne die Unterstützung der Bevölkerung von Erlbach?!

Jetzt läuft die Schule schon fünf Monate und alles ist, wie ich es mir vorgestellt habe, und auch wiederum total anders, als ich es mir vorgestellt habe. Wir, das sind 16 Kinder, eine Schülerbegleiterin und ich, genießen das wunderschöne Gebäude und die großen Klassenräume. Sie bieten Gelegenheit zum Lernen und Spielen. Der grüne Pausenhof ist ein angenehmer Platz zum Rennen, denn anscheinend werden Mädchen zum Pferd, sobald die Pause anfängt, und die Buben fangen dann die Pferde ein. Ganz froh sind wir, das der Wald so nahe ist. Bestimmt einmal pro Woche machen wir einen längeren Spaziergang in den Wald hinein, wobei uns des Öfteren der Jäger Franz begleitet, der uns das Hinschauen lehrt. So entdecken wir manche Schätze, die dann im Klassenzimmer auf dem Jahreszeitentisch einen Platz bekommen. Die Natur von so nahe zu erleben, finde ich sehr wesentlich für Kinder und mich selbst. Eine Gruppe Kinder geht jede zweite Woche zum Hof von Manfred Zallinger, wo sie die dortigen Tiere kennenlernen und mithelfen bei allen Arbeiten, die anfallen. Letzte Woche war Manfred und eines seiner Lamas bei uns zu Besuch. Da spazierte das Lama namens Venus so einfach die Treppe hinauf, um sich dann im Klassenzimmer bewundern zu lassen. Wunderschön fand ich, dass man richtig merken konnte, welchen Einfluss das Tier auf die Kinder hatte: alle wurden stiller und stiller.

Unsere Schule hat als Schwerpunkt, das was uns von anderen Freien Schulen unterscheidet, als Alleinstellungsmerkmal das Thema „Tiere“ gewählt. Gerade, weil wir überzeugt sind von der heilsamen Wirkung im Umgang mit Tieren. In diesem ersten Jahr beschränkt sich die Arbeit mit den Tieren bis jetzt noch auf Besuche auf Manfreds Hof, und Tiere in der Klasse und ab und zu einen Klassenhund und Spurensuche im Schnee. Das soll sich aber baldigst ändern, und wir hoffen, im zweiten Halbjahr einen Hühnerstall zu bauen und dann im Frühjahr die ersten Küken auszubrüten???. So langsam soll dann unser Tierbestand anwachsen und jedes Kind soll mit Tieren arbeiten können.

Natürlich unterstützt die Arbeit mit den Tieren und die Erlebnisse in der Natur die traditionelle Schularbeit! Wir arbeiten in sogenannten Epochen von ca. 3 Wochen mit den schulischen Fächern wie Rechnen, Deutsch, Heimatkunde usw , im Wechsel mit einem Fach, das wir Formenzeichnen nennen und das vorbereitet auf Schreiben und Geometrie.

Ich finde es auffallend und bewundernswert, wie viele von unserer Truppe schon ein oder mehrere Musikinstrumente spielen. Täglich erfreuen wir uns der Musik, die das Schulgebäude füllt, wenn der eine oder andere am Klavier spielt, wenn eine Flöte erklingt oder gesungen wird. So kommt die Schule zum Erwachen, es lebt, spielt, baut und lernt da drinnen!

Maria Jansen-Hilvering

Das Wunder von Erlbach von Marjam Gößmann-Schmitt, Mitglied des Vorstands

Es ist wie ein Wunder. Nach zwei Jahren intensivster Arbeit in einem ungeheuren Tempo, verbunden mit unglaublichen Ereignissen, eröffnet die Freie Schule Erlbach am 8.9.2018 ihre Tore für 16 Schüler und Schülerinnen. Immer wieder klingt in mir das Zitat aus der Rede von Martin Huber an: „Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist.“ Nachdem im August 2016 die Idee, eine Waldorfschule in Erlbach zu gründen, geboren war, setzte sie sich mit solch einer Vehemenz und Macht durch, dass wir immer wieder Mühe hatten, Schritt zu halten. Wo wir anklopften, öffneten sich Türen und Tore. Wir wurden geführt, davon waren wir irgendwann überzeugt.

Mit der Waldorfschule bin ich erstmals in Kontakt gekommen, als meine beiden jüngeren Geschwister die Freie Waldorfschule in Trier besuchten. Mit Begeisterung erlebte ich deren Schulalltag mit, der geprägt war von künstlerischen und handwerklichen Inhalten, von bewegenden Erlebnissen wie Schafehüten und -scheren, Theaterspiel oder dem Entwickeln von Konzepten, die dann gemeinsam mit der Klasse umgesetzt wurden. Ich merkte immer mehr, dass mir diese Schulform sehr viel mehr entsprach und wechselte auf die Waldorfschule. Das war rückblickend die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Durch den anschaulichen Unterricht begriff ich auf einmal chemische Formeln und die Gesetze der Physik. Mit großer Begeisterung verfolgte ich den Unterricht und legte 1993 erfolgreich mein Abitur ab.

Wir leben in einer Gesellschaft, in der alles immer schneller und komplexer wird. Die Herausforderungen, denen sich unsere Kinder stellen müssen, sind größer denn je. Wir sind dazu aufgerufen, unseren Kindern dabei zu helfen, die Aufgaben der neuen Zeit zu bewältigen. Genau das will die Waldorfpädagogik. Sie will die Kinder dort abholen, wo sie in ihrer Entwicklung stehen, im persönlichen als auch im globalen Kontext.

In meinem Beruf als Dipl. Kunsttherapeutin und Heilpraktikerin für Psychotherapie begleite ich viele Kinder therapeutisch und habe im Laufe der Zeit beobachtet, dass das Schulsystem immer „verkopfter“ wird. Durch meinen Beruf weiß ich, wie wichtig und notwendig die Entwicklung und die gute Anbindung an die eigenen Gefühle ist, damit man ein glücklicher, zufriedener und tatkräftiger Mensch werden kann. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass genau dies neben den körperlichen und geistigen Aspekten an Waldorfschulen gefördert und unterstützt wird. Schon lange weiß man, dass Lerninhalte, die mit Gefühl gefüllt sind, länger im Gedächtnis bleiben. Ich bin überzeugt, mit der richtigen Ansprache hat jedes Kind Freude am Lernen. So habe ich es selbst erlebt. Als Mutter einer siebenjährigen Tochter wünsche ich mir, dass auch sie diese Erfahrung in der Schule machen kann.

Seit 2007 lebe und arbeite ich bei Dipl.-Psych. Erika Schäfer im Therapie-, Lehr- und Forschungszentrum Eisenbuch in Erlbach. Ich fühle mich stark verbunden mit dem Ort, mit den herzlichen Menschen und der wunderbaren Natur rundherum, und so habe ich hier eine zweite Heimat gefunden. Für mich ein wunderbarer Ort für eine Waldorfschule, wo Natur, Landwirtschaft und Handwerk ineinander greifen. Geprägt von diesen drei Säulen, wird diese Schule ein großer Gewinn sein für die ganze Region.

In unseren Kindern liegt die Zukunft dieser Welt. So sehe ich unsere Schule als große Chance, dass in unseren Kindern das angesprochen wird, was sie dazu befähigt, die notwendigen Veränderungen in den Bereichen unserer Gesellschaft wie Wirtschaft, Politik, Medizin, Pädagogik etc. zu schaffen. Deshalb habe ich mich mit all meiner Kraft und all meinem Können für die Entstehung der Waldorfschule in Erlbach eingesetzt, für eine Erziehung, die den Kindern der neuen Zeit alles mitgibt, was sie brauchen, um zu gesunden, tatkräftigen und eigenständigen Persönlichkeiten heranzuwachsen.

Ich möchte meinen Dank aussprechen an all die Menschen, die uns auf unserem Weg mit viel Kraft und Feingefühl begleitet und unterstützt haben. Ganz besonders seien hier genannt unser Kultusminister Bernd Sibler, unser Landtagsabgeordneter Dr. Martin Huber, unser Landrat Erwin Schneider, unser Bürgermeister Franz Watzinger mit den Gemeinderäten, unser Pfarrer Ludwig Samereier und unsere Schirmherrin Erika Schäfer mit deren großartiger Hilfe es wirklich gelungen ist, 2018 die Gründung zu vollziehen. Meine Hochachtung geht auch an meine beiden Mitvorstände Dr. Michael Seefried und meinen Mann Karl Gößmann-Schmitt, die wirklich immer im Einsatz waren. Auch das war wie ein Wunder, egal welche Unmöglichkeiten wir zu bewältigen hatten, in einem tiefen Selbstverständnis haben wir drei immer an einem Strang gezogen.

Ich würde mich sehr freuen, wenn sich auch weiterhin viele engagierte Menschen finden, die beim Gedeihen der Freien Schule Erlbach mithelfen, damit noch vielen Kindern ermöglicht wird, diese besondere Schule zu besuchen.

Marjam Gößmann-Schmitt, Mitglied des Vorstands
(Geb. 1973, Diplom Kunsttherapeutin/Heilpraktikerin für Psychotherapie)

2018
September 8

Eröffnungsfeier

Es dürfte wohl noch nie eine Schule in der kurzen Zeit von nur zwei Jahren gegründet worden sein. Beim großen Fest zum Start der Erlbacher Freien Schule hatten 16 Schüler ihre erste Schulstunde. Das große Engagement des Gründerteams trägt seine Früchte. Das umfangreiche Lehrerkollegium stellte sich vor, allen voran Maria Jansen-Hilvering als erste Klassenlehrerin.  
September 4

Staatliche Genehmigung erteilt

Genau eine Woche vor Schulbeginn ist von der Regierung Oberbayern die Genehmigung erteilt worden. Hierbei ist besonders der Einsatz von Landrat Erwin Schneider und den Landtagsabgeordneten Dr. Martin Huber und Ingrid Heckner, sowie Bürgermeister Franz Watzinger, Pfarrer Ludwig Samereier und dem bayerischen Kultusminister Dr. Bernd Sibler zu erwähnen, die alle diese Schulgründung sehr stark unterstützt..Weiterlesen
2017
Februar 1

Schulgebäude zugesprochen

Abgabe des Konzeptes Freie Schule Erlbach an den Gemeinderat, Vorstellung und Diskussion , Bürgerbegehren auf Einladung des Bürgermeisters und der Vereine. Beide Veranstaltungen zeigten ein herausragendes Interesse. Gemeinderat und Bürgermeister sprechen uns das Schulgebäude zu.
2016
Dezember 14

Anfrage Gemeinderat wegen Schulgebäude

Anfrage an den Gemeinderat Erlbach, uns das Schulgebäude zu Verfügung zu stellen.
Dezember 11

Gründung Genossenschaft

Gründung der „gemeinnützigen Genossenschaft zur Förderung der Freien Schule Erlbach im Holzland eG“ mit 30 Gründungsmitgliedern, darunter unsere Schirmherrin Dipl.-Psych. Erika Schäfer. Im Vorstand sind Dr. med. Michael Seefried und Marjam Gößmann-Schmitt, den Aufsichtsrat bilden Karl Gößmann-Schmitt, Dr. med. Annette Walter, Claus Georg, Max Rosner.
November 1

Ein Logo für die Freie Schule

Freie Schule Erlbach
Info-Veranstaltung in Eisenbuch, Erlbach. Ortsbäcker Franz Riedelsheimer legt den ersten Entwurf für das Logo vor, der dann genommen wird.
Oktober 1

Abschluss Kooperationsvertrag

Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem Bund der Freien Waldorfschulen. Gründungsberater ist Herr Markus Südhof, Lehrer an der Waldorfschule Prien und Frau Andrea Wiericks, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der bayerischen Waldorfschulen, Lehrerin an der Waldorfschule Prien. Ein Landwirt bietet uns sein Ackerland zum Bau der neuen Schule an, welches in unmittelbarer Nähe des alten Schulgebäudes liegt.
September 1

Erste öffentliches Treffen

Das erste öffentliche Treffen fand im September 2016 statt und zeugte ebenso von großem Interesse. Die anwesende Bevölkerung, der Gemeinderat mit Bürgermeister Franz Watzinger sowie der Pressevertreter Konrad Hochhäusl ermunterten uns, diesen initiativen Weg weiter zugehen. Seitdem finden monatliche Info-Veranstaltungen in o.g. Zentrum von Erika Schäfer in Eisenbuch/Erlbach statt.