Geschichte

Gründungsveranstaltung am 8.9.2018

Lehrerteam

Ein umfangreiches Lehrerteam steht für die Waldorfschule bereit: (v.r.n.l.) Maria und Michel Jansen, Juliana Capella, Schulleiterin Aimée E. Fenzl, Robert und Kerstin Maier, Klaus Pasedag,, Manfred Schmoigl und Pfarrer Ludwig Samereier.

Großes Fest zum Start der Freien Schule Erlbach
16 Schüler hatten ihre erste Schulstunde – großes Engagement des Gründerteams

„Heute schreibt Erlbach Geschichte – es ist ein großer Tag für die Gemeinde“ verkündete der Vorstand der Waldorfinitiative bei der Feier zur Gründung der Schule am vergangenen Samstag im Beisein von namhaften politischen Vertretern. Es entsteht eine Schule, die sich an der Entwicklung der Kinder orientiert. „Es soll eine Schule des Volkes und der Gemeinschaft, eine Schule mit Herz in einem Ort mit Herz sein“. Lange mussten die Verantwortlichen auf die staatliche Genehmigung warten, die erst genau eine Woche vor Schulbeginn erteilt wurde (der Anzeiger berichtete darüber am 5.9.2018). Den Eltern sprach der Vorstand seinen Dank für ihr Vertrauen und das lange Warten aus.

„Eine Gesellschaft offenbart sich am deutlichsten im Umgang mit Kindern. Unser Erfolg muss am Glück und am Wohlergehen der Kinder gemessen werden. Sie sind die verwundbarsten Bürger und der größte Reichtum der Gesellschaft“.  Dieses Zitat von Freiheitskämpfer Nelson Mandela steht am Beginn des pädagogischen Konzeptes, wie der Vorstand in seiner Ansprache verkündete. Zurückblickend erinnerte er, dass der Ursprung in einer Schule für Arbeiterkinder der Zigarettenfabrik „Waldorf-Astoria“ lag, in der nach dem Konzept von Rudolf Steiner unterrichtet wurde. Ein Eigenname für die Schule wird noch gesucht und in Kürze bekannt gegeben. Ein paar Vorschläge sind genannt worden.

„Es dürfte wohl noch nie eine Schule in der kurzen Zeit von nur zwei Jahren gegründet worden sein. Dies war nur möglich durch das beispielhafte Zusammenwirken der unermüdlichen Mitstreiter des Gründungsteams mit Dipl.-Psychologin Erika Schäfer als Schirmherrin, dem Ehepaar Gößmann-Schmitt und den Gründungsberatern, sowie von politischer Seite Kultusminister Herrn Bernd Sibler, den Landtagsabgeordneten Ingrid Heckner und Dr. Martin Huber, Landrat Erwin Schneider, der oberbayerischen Regierungspräsidentin Frau Maria Els, dem Ehepaar Franziska und Dr. Konrad Hahn, sowie den Gemeinderepräsentanten und Pfarrer Ludwig Samereier.

„Es war ein wahnsinniger Ritt vom ersten Gedanken bis zur heutigen Realisierung“, so der Vorstand. „Es haben sich die richtigen Leute im richtigen Augenblick getroffen als es galt, das leerstehende Schulhaus zu beleben. Mit der geplanten Verlegung des Verwaltungssitzes konnten sich die Erlbacher nicht anfreunden und suchten nach Alternativen. Die Idee zu einer neuen Schule wurde im Therapiezentrum von Dipl.-Psychologin Erika Schäfer in Eisenbuch geboren. Nach mehreren Informationsversammlungen war nicht die Frage ob, sondern wie das Vorhaben verwirklicht werden kann. Er sei tief beeindruckt von der „Herzenswärme der Erlbacher“, so der „Vater der Schule“. Er habe vor, die Entstehungsgeschichte in einem Buch niederzuschreiben.

Erfreulicherweise konnte ein umfangreiches Lehrerkollegium gefunden werden. Bereits seit dem vergangenen Jahr hat sich Maria Jansen-Hilvering in die Schule mit ihren „Reisen durch den Schulalltag“ eingebracht, ihr Mann Michel hat sich um die Anlage des Schulgartens verdient gemacht. Die Schulleitung übernimmt Aimée Elisabeth Fenzl,  Juliana Capella und Klaus Pasedag unterrichten Fremdsprachen, für Eurythmie konnte Ulrike Kortes und für Sport Manfred Schmoigl gewonnen werden. Robert und Kerstin Maier könnten bei Bedarf Internatsschüler aufnehmen und zusätzlich Aikido an der Schule unterrichten, nicht als Kampfsport sondern als Unterstützung sich selbst und seinen eigenen Selbstwert besser kennenzulernen. Mit Pfarrer Ludwig Samereier für den Religionsunterricht ist somit das erforderliche Lehrerkollegium komplett.

Pfarrer Samereier berichtete, dass ihn die freudige Nachricht von der Genehmigung im Urlaub erreicht habe. Mit dem Gedicht „Der Ernst des Lebens“ ermunterte er die Schüler für den Schulalltag, bevor er ein Segensgebet sprach und die Schulräume mit Weihwasser segnete.

Dann kam der große Auftritt der Kinder: sie wurden einzeln auf der Bühne begrüßt und von Klassenlehrerin Maria Jansen-Hilvering zur ersten Unterrichtsstunde geführt. „Ihr lernt hier lesen, schreiben und rechnen, ihr habt Hände und werdet damit nähen, kochen und kreatives Gestalten lernen“, ermunterte die Pädagogin die derzeit sechzehn Schüler.

„Nichts ist stärker als eine Idee, deren Zeit gekommen ist“ betitelte Landtagsabgeordneter Dr. Martin Huber sein Grußwort. Er sehe in der neuen Waldorfschule eine Ergänzung zum Schulangebot im Landkreis. Er sei beeindruckt von der pragmatischen Vorgehensweise, mit der diese Schulgründung erfolgt ist.

Auch Landrat Erwin Schneider betonte, dass die Bedeutung dieser Schulgründung weit über Erlbach hinausgehe. „Die Zeit ist reif, für eine Vielfalt der Schulbildung. Den Bedürfnissen der Bevölkerung müsse Rechnung getragen werden“. Dies sei ihm auch bewusst geworden bei Besuchen im Sozialpädiatrischen Zentrum des Kreiskrankenhauses, die mit den Schulen in engem Kontakt steht.

Erleichtert zeigte sich auch Bürgermeister Franz Watzinger: „Es ist alles gut ausgegangen, statt eines Verwaltungssitzes haben wir nun eine neue Schule“. Zeigte sich der Gemeinderat anfangs kritisch zu dem Gedanken einer Schulgründung, so konnte dieser nach Vorlage eines ausführlichen Konzeptes Gefallen daran finden. Die Gemeinde hat das Schulgelände auf Erbpachtbasis der „Gemeinnützigen Genossenschaft zur Förderung der Freien Schule Erlbach im Holzland e.G.“ überlassen. Mit Beifall quittierten die Besucher, dass bis 2021 auf eine Pachtzahlung verzichtet wird. Dass die Bevölkerung hinter diesem Vorhaben steht, hat die rege Teilnahme an den bisherigen Veranstaltungen gezeigt. Obwohl im Logo der Schule ein Lindenbaum ist, übergab der Bürgermeister zur Schulgründung einen jungen Birnbaum, „denn diese Früchte schmecken den Kindern sicher besser“.

Als Mitstreiter für die neue Schule zitierte Dr. Konrad Hahn den mexikanischen Revolutionär Che Guevara, der auch als Arzt und Autor wirkte: „Seien wir realistisch, aber versuchen wir auch das Unmögliche“. Dies treffe auch für das „Waldorfteam“ in vollem Umfang zu.

Nach Aussage von Vorstandsmitglied Marjam Gößmann-Schmitt wird sich die Schülerzahl noch erhöhen, da sich nach der nun vorliegenden Genehmigung Eltern für die Erlbacher Schule entschieden haben.

Diese eindrucksvolle Feier mit rund zweihundert Besuchern im Schulgarten wurde mit anspruchsvollen Musikstücken von Marina Mittermeier auf ihrer Konzertzitter, sowie mit italienischen Liedern von Ercole Caputo und seinen drei Sängerinnen würdevoll umrahmt.

Die Schulräume erhielten von Pfarrer Ludwig Samereier den kirchlichen Segen. Dem wohnten bei Vorstandsmitglied Marjam Gößmann-Schmitt (v.l.n.r.) und Gemeinderat Johann Schwertfellner, der mit seiner Anfrage „den Stein ins Rollen brachte“

Die neuen Schüler werden zu ihrer ersten Unterrichtsstunde geführt.

Die neuen Schüler werden zu ihrer ersten Unterrichtsstunde geführt.

2018
September 8

Eröffnungsfeier

Es dürfte wohl noch nie eine Schule in der kurzen Zeit von nur zwei Jahren gegründet worden sein. Beim großen Fest zum Start der Erlbacher Freien Schule hatten 16 Schüler ihre erste Schulstunde. Das große Engagement des Gründerteams trägt seine Früchte. Das umfangreiche Lehrerkollegium stellte sich vor, allen voran Maria Jansen-Hilvering als erste Klassenlehrerin.  
September 4

Staatliche Genehmigung erteilt

Genau eine Woche vor Schulbeginn ist von der Regierung Oberbayern die Genehmigung erteilt worden. Hierbei ist besonders der Einsatz von Landrat Erwin Schneider und den Landtagsabgeordneten Dr. Martin Huber und Ingrid Heckner, sowie Bürgermeister Franz Watzinger, Pfarrer Ludwig Samereier und dem bayerischen Kultusminister Dr. Bernd Sibler zu erwähnen, die alle diese Schulgründung sehr stark unterstützt..Weiterlesen
2017
Februar 1

Schulgebäude zugesprochen

Abgabe des Konzeptes Freie Schule Erlbach an den Gemeinderat, Vorstellung und Diskussion , Bürgerbegehren auf Einladung des Bürgermeisters und der Vereine. Beide Veranstaltungen zeigten ein herausragendes Interesse. Gemeinderat und Bürgermeister sprechen uns das Schulgebäude zu.
2016
Dezember 14

Anfrage Gemeinderat wegen Schulgebäude

Anfrage an den Gemeinderat Erlbach, uns das Schulgebäude zu Verfügung zu stellen.
Dezember 11

Gründung Genossenschaft

Gründung der „gemeinnützigen Genossenschaft zur Förderung der Freien Schule Erlbach im Holzland eG“ mit 30 Gründungsmitgliedern, darunter unsere Schirmherrin Dipl.-Psych. Erika Schäfer. Im Vorstand ist Marjam Gößmann-Schmitt, den Aufsichtsrat bilden Karl Gößmann-Schmitt, Dr. med. Annette Walter, Claus Georg, Max Rosner.
November 1

Ein Logo für die Freie Schule

Freie Schule Erlbach
Info-Veranstaltung in Eisenbuch, Erlbach. Ortsbäcker Franz Riedelsheimer legt den ersten Entwurf für das Logo vor, der dann genommen wird.
Oktober 1

Abschluss Kooperationsvertrag

Abschluss eines Kooperationsvertrages mit dem Bund der Freien Waldorfschulen. Gründungsberater ist Herr Markus Südhof, Lehrer an der Waldorfschule Prien und Frau Andrea Wiericks, Vorstand der Landesarbeitsgemeinschaft der bayerischen Waldorfschulen, Lehrerin an der Waldorfschule Prien. Ein Landwirt bietet uns sein Ackerland zum Bau der neuen Schule an, welches in unmittelbarer Nähe des alten Schulgebäudes liegt. Die..Weiterlesen
September 1

Erste öffentliches Treffen

Das erste öffentliche Treffen fand im September 2016 statt und zeugte ebenso von großem Interesse. Die anwesende Bevölkerung, der Gemeinderat mit Bürgermeister Franz Watzinger sowie der Pressevertreter Konrad Hochhäusl ermunterten uns, diesen initiativen Weg weiter zugehen. Seitdem finden monatliche Info-Veranstaltungen in o.g. Zentrum von Erika Schäfer in Eisenbuch/Erlbach statt.